11. Rede PoE

Wir müssen reden

Was macht es mit Menschen, denen in  einer ständigen Dauerberieselung von Botschaft und Bildern, Produkten und Werbung mitgeteilt wird, dass sie der Nabel der Welt sind und nur ihre Wünsche zählen?

Wir müssen reden

Ohne Fleiß kein Preis, oder nach der Finanzkrise 2008 stützte man systemrelevante Banken mit unserem gemeinsam erwirtschafteten Geld, allerdings machte  das Casino einfach weiter und heute sind deren Gewinne wie Boni so hoch wie nie zuvor.

Wir müssen reden

Weil Arbeit immer knapper wird  und wer einen Job findet, der weiß, dass dieser Morgen schon wieder weg sein kann. Wie verändert dieser erlebte Alltag die Menschen.

Wir müssen reden

Was passiert in einer Demokratie, in der sich große Teile verweigern und aus Angst wie Unsicherheit keinen Bock auf Veränderung haben. Was passiert, wenn große Teile der Gesellschaft durch ihre alltägliche Erfahrung  die Zukunft vermeiden wollen.

Wir müssen reden

denn ist in einem solchen System, aus existentiellen Gründen, sich nicht jeder selbst der Nächste und ist es in einer Gesellschaft, die Arbeit und Tugendhaftigkeit gleichsetzt, nicht problematisch, wenn Menschen keine oder unsichere Arbeit haben, oder die ausgeübte Tätigkeit für die Gesellschaft unwichtig ist.

Wir müssen reden

Der englische Historiker Christoph Clark hat gezeigt, dass der Beginn des 1. Weltkrieges nicht der Wahnsinn eines dämonischen Geistes oder radikalen Bösen war, sondern  eine Mischung aus Inkompetenz- Misstrauen-Selbstüber-schätzung- Missverständnissen und Realitätsverweigerung der Eliten

Wir müssen reden

Wir haben starke Institutionen und eine starke Zivilgesellschaft, sinnentleerte Arbeit, soziale Hoffnungslosigkeit durch Digitalisierung, völkische Nationalisierung als Rebellion gegen intensivierte Migration auch im Zuge des Klimawandels , die nächste Finanzkrise kommt sicher. Dies sind große Herausforderungen für unsere Demokratie!

Genau deshalb müssen wir reden und genau deshalb stehen wir hier.

Danke

Helmut Hirte