6.Rede PoE 07.05.2017
 
Demokratie ist, wenn man deren Auswüchse verhindern will, immer Arbeit bw. Teilnahme am politischen Geschehen. Es erfordert dieses Interesse in Aktion und Permanenz, denn die Reaktion auf Ereignisse schränkt den Handlungsbedarf ein.
Es ist wie das Entstehen einer Skulptur, man fängt mit einer idee an, setzt sich damit auseinander und am Ende wird ein Ergebnis sichtbar. Und hätte ich kein vertrauen in mich – der Weg ist das Ziel- bräuchte ich gar nicht erst anfangen.
 
Zur Europa- Skuptur :

Der Mythos:

Europa, eine Gestalt der griechischen Mythologie, ist die Tochter des phönizischen Königs Agenor und der Telephassa. Zeus verliebte sich in sie. Er verwandelte sich wegen seiner argwöhnischen Gattin Hera in einen Stier. Sein Bote Hermes trieb eine Kuhherde in die Nähe der am Strand von Sidon spielenden Europa, die der Zeus-Stier auf seinem Rücken entführte. Er schwamm mit ihr auf die Insel Kreta, wo er sich zurückverwandelte. Der Verbindung mit dem Gott entsprangen drei Kinder. Auf Grund einer Verheißung der Aphrodite wurde der fremde Erdteil nach  Europa benannt.

 Zur Skulptur:

Bei meiner Skulptur steht Europa auf der Erde und wird nicht von einem Gott weggetragen. (Götzen, die dieses Europa prägen gibt es ja zur Genüge) Sie ist frei zu entscheiden, welchen Weg sie gehen möchte und sie muss sichtbar ergänzt werden. Es ergeben sich unterschiedliche Ansichten beim Rundgang, denn letztendlich sollte Europa der Vielfalt und den Vorstellungen der Bürger entsprechen.

Die Herausforderung für uns ist die Frage: wie weit sollen die Nationalstaaten geöffnet und wieweit sollen sie geschlossen werden? Denn die lösung ist eben nicht der rechtspopulismus, sondern das sind solidarische Gesellschaften mit hohem interkulturellem Vertrauen. Auch dazu sollten die Vorstellungen der Bürger beitragen, was Europa für sie ausmacht und welcher Weg der Richtige für Europa und somit für uns ist. Wir dürfen nicht stehen bleiben und müssen die Politik dazu bringen, unsere bemühungen ernst zu nehmen

Unsere Treffen hier sind ein Teil davon und das erste sichtbare Ergebnis ist diese Skulptur, welche jetzt noch, von den hier anwesenden Bürgern mit deren mitgebrachten Symbolen für Europa erweitert wird. Es ist ein Ergebnis, nach sechs gemeinsamen Sonntagen hier auf dem Theaterplatz, mit unserem kritischen aber gemeinsamen Wollen, Europa zu erhalten.

Wir wollen, dass sich die politik unserer Probleme annimmt und die Parteien sich so umstrukturieren, dass sie wieder iteressant für uns und unsere Jugend werden. Und diese sich nicht nur, wie derzeit, größtenteils bei den NGOs, wie Attac, Campact, Amnestie etc. engagiert. Daraus nämlich entsteht eine gesellschaftliche Schieflage, die sich letztendlich in den Zustimmungsraten zur Demokratie äußert , die ja von Parteien lebt.

Danke

Helmut Hirte

 
 
 
 
 
 

 

PoE – Europaskulptur im Rathaus Aschaffenburg