„DER PULSE GEHT HOCH“

Unter diesem Motto wollen wir
am Sonntag, 24.09.2017 von 14 bis 17 Uhr
vor der Citygalerie unten im Schöntal mit euch feiern.

Wir freuen uns auf gute Musik mit :

Blechreiz – Jürgen Wüst – Franz Josef Fries – Ossi Stenger – Franz Keller – Herbert Sauer – Katharina und Jakob Kolb

und wollen mit Euch die ein oder andere Aktion noch einmal aufleben lassen.

Wir haben als überparteiliche Bürgerbewegung gemeinsam viel bewegt, vor allem haben wir uns bewegt und Gesicht gezeigt !!

Ein großes Dankeschön an alle, die uns vertraut, unsere Kundgebungen besucht, mitgetragen und mitgestaltet haben!

Wir sorgen am Sonntag für Getränke und würden uns diesmal über reichliche Kuchenspenden freuen.
(Bitte solche, die man auf Serviette in die Hand nehmen kann.)

Für Kuchen und Getränkeausgabe können wir auch einige Helfer gebrauchen! Wir freuen uns zwecks Planung vorab über eine kurze Rückmeldung per Mail, was Kuchen und Hilfe anbelangt.

Es gibt weiter Vieles anzupacken, dies aber demnächst in neuem Format. Wir werden Euch über Presse und Newsletter darüber informieren!

Bitte informiert Euch auch auf der offiziellen PoE Seite über Neuigkeiten
https://pulseofeurope.eu/de/
https://pulseofeurope.eu/de/foerdermitglied-werden/
https://pulseofeurope.eu/de/aktuelles/neuigkeiten/ 
(Hier kann man für den Publikumspreis 2017 für PoE voten)

 

Herzliche Grüße

Helmut Hirte, Katharina Gauly und das ganze Team von PoE Aschaffenburg

 

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Eingangsrede zum PoE  3.9.17

Liebe Anwesende, Unterstützer und Kritiker. Dies ist jetzt unsere letzte Veranstaltung hier auf dem Theaterplatz vor der Bundestagswahl am 24.9.2017.

Es lohnt sich etwas zurückzublicken.

Als wir vor 5 Monaten anfingen war die Stimmung eine andere. Rechte Gruppierungen beherrschten das Meinungsbild, die Politik in Europa betreffend. Wobei die damaligen, vornehmlich vor Krieg und Hunger geflüchteten Menschen benutzt wurden, rechtes Gedankengut hoffähig machen zu wollen. Die Mehrheit, die für ein vereintes- aber auch gerechtes Europa ist, hatte zu diesem Zeitpunkt in der Öffentlichkeit ihre Möglichkeiten, sich in gemeinsamer Aktion zu äußern, nicht genutzt, bzw. stand diesem hilflos gegenüber.

Dies änderte sich, als im Januar, von Frankfurt ausgehend, Pulse of Europe auf die Plätze ging. In einer unglaublichen Geschwindigkeit schlossen sich viele andere Städte in Deutschland und anderen europäischen Ländern an, so wie wir im März – hier in Aschaffenburg auf dem Theaterplatz. Das war wichtig und notwendig!

Zu den Gründungsmitgliedern gehörten damals Christoph und Tascha Preuss, Katharina Gauly und ich. Aber – unsere Vor-Gespräche nach außen getragen, veranlassten Wolfgang Fischer und Uta Giebel umgehend, sie waren zuvor immer nach Frankfurt gefahren, sich uns anzuschließen, mit dabei auch noch Sebastian Goerken. Es folgte dann eine sehr kraftraubende Zeit, das Programm für jeden Sonntag auf die Beine zu stellen, was sich auf Dauer so nicht durchhalten ließ . Auch andere Teams gingen auf dem Zahnfleisch, sodass wir im Juni, nach einer Konferenz in Frankfurt, auf jeden 1. Sonntag im Monat umstiegen. Dies trug erstmal wesentlich zur Entspannung bei. Wir hatten eine interne Aufgabenteilung und meinem Wunsch, die Eröffnungsrede halten zu dürfen, wurde von der Gruppe entsprochen – – – nur ob 1 oder 4 Wochen, die Thematik beschäftigt immer, waren es vorher 5 Tage zum Überlegen, so waren es jetzt halt 30. Immer auf der Höhe der Entwicklung sein, heißt ja auch, alles in den Medien  zu verfolgen, um Entsprechendes sagen zu können – – – und es war für mich klar, wir wollen uns hier treffen, um ein politisches Statement im Interesse der Bürger abzugeben. Überparteilich heißt ja keineswegs unpolitisch. Und jemand, der der Meinung ist, Überparteilich darf kein politisches Fehlverhalten aufzeigen, hat Pulse of Europe nicht verstanden, bzw. nicht verstanden, dass es zur Weiterentwicklung einer Gesellschaft auch eine Form von Streitkultur braucht.

Alles was wir an Stimmungen hier und anderswo aufgefangen haben, handelte von einer gerechten- transparenten- sozialen EU. Das sind die Sorgen, aber auch die Ängste, die viele Menschen umtreiben und, die die Politik in ihrer Gesamtheit nicht immer ernst nimmt. Mein, in einer Rede formuliertes Ziel,  unsere Zusammenkünfte auf dem Platz als Demokratielabor zu sehen und Diskussionen, auch über das offene Mikrofon entstehen zu lassen – dafür waren meine Eingangsrede, wie unsere Aktionen gedacht – war leider nicht umzusetzen. Ich denke, das falsche Format, wenig Zeit und somit  hechelten wir diesen  Ansprüchen auch hinterher.  Aber, es wurde mir und dem Team, was sich dann im Laufe der Zeit vergrößert hatte, eine unglaubliche Dankbarkeit und Vertrauen entgegen gebracht. Dafür möchte ich mich, zusammen mit allen Teammitgliedern bei allen, die hier anwesend sind und waren ganz herzlich bedanken.

Es ist aber nicht zu Ende, einige vom Team werden sich nun aus dem Organisationsteam zurückziehen, andere kürzer treten. Dafür treten andere nach vorne und das ist notwendig: das Flüchtlingsproblem ist keineswegs gelöst, es wurde nach außen verlagert-, und wer glaubt, so, eine Bewegung von 65 Millionen Menschen, die nichts zu verlieren haben, aufhalten zu können, der irrt. Auch viele andere Themen, wie der Klimaschutz  und ganz zu schweigen  von den Handelsverträgen TTIP etc., welche alleine und ohne Parlament von der EU Kommission verhandelt wurden.

Wir brachten deshalb beim letzten PoE  eine Resolution auf den Weg, welche dem EU- Parlament ermöglichen soll, eigene Gesetze einzubringen. Die Listen für Ihre Unterschriften dazu liegen heute und bei unserem Fest am 24. 9. wieder aus. Gesetze die nur von der EU Kommission eingebracht werden dürfen, entbehren für mich der demokratischen Grundlage der öffentlichen Auseinandersetzung. Und für die Kritiker, ich bin für Freihandel und für Globalisierung, aber nicht einseitig, sondern im demokratischen Stil verhandelt und somit im Interesse aller.
Ich bin Deutscher, zugegebenermaßen ein kritischer Deutscher und auch Europäer. Ich brauche niemanden der mir erklärt, was deutsch ist. Dazu hat meine Familie Erfahrungen mit Nazis gemacht, denn das war nicht nur Hitler sondern auch seine Helfershelfer. Mein Opa kam als politischer Gefangener nach Buchenwald und dann mit der Organisation Todt in den Osten, wo er verschollen ist und den ich seit 10 Jahren suche, meine Tante wurde als Kollaborateurin in einem KZ bei Berlin zwangssterilisiert.
Ist allen noch bewusst, welch eine Menschenverachtung hinter diesem System steckte? Dies gehört auch zu Europas Geschichte und ich bin den anderen 27 Staaten und nicht nur diesen dankbar, dass  wir nach all dem Schrecken, der von deutschem Boden ausging, in Frieden und Freiheit miteinander leben.

Ja Europa ist ein Experiment und dazu noch eines von großem Mut. Rückschläge, wie wir sie täglich erfahren, nicht ausgeschlossen. Lassen wir uns weiter darauf ein, auf diese, sich im Gange befindliche Verwirklichung einer demokratischen Forderung, nämlich  auf der Ebene der Nationalstaaten in eine Versammlung von Gleichen einzutreten. Der italienische, katholische Moraltheologe Francisco de Vitoria sprach 1528 von Weltwohl, wonach Staaten auch unter Berücksichtigung der Interessen der gesamten Menschheit zu handeln haben, und schaffen wir gemeinsam damit etwas, wonach sich viele sehnen: einen zivilen, staatsbürgerlichen Raum der Freiheit.        Danke

 
 

 

Bilder, Videos, Anfragen bitte an aschaffenburg@pulseofeurope.eu senden

Helmut Hirte Bildhauer • Güterberg 6 • 63739 Aschaffenburg • 06021 / 26217