Biographie

Helmut Hirte wurde 1949 in Heddesheim geboren. Nach einer traditionellen Ausbildung zum Steinbildhauer legte er 1972 seine Meister- und Technikerprüfung in Aschaffenburg ab. 1974-1979 folgte das Studium des Bauingenieurwesens in Darmstadt sowie ein Jahr als persönlicher Schüler des Bildhauers Willi Schmidt an der Städelschule in Frankfurt.

Seit 1979 arbeitet er als selbständiger Bildhauer in Aschaffenburg. Er nahm an diversen Bildhauersymposien in Deutschland und Österreich teil. Zu seinen Aufträgen gehören Platzgestaltungen im öffentlichen Raum, insbesondere zahlreiche figurative Brunnenskulpturen aus Stein sowie die Gestaltung von Kirchenfenstern und -räumen. Kontinuierlich entstehen zudem zahlreiche Erinnerungs-Skulpturen fürs familiäre und kollektive Gedenken.

Er lehrt von 1985-1988 an der Meisterschule für Steinmetze und Steinbildhauer in Aschaffenburg. Um den Diskus über künstlerische und zeitgeschichtliche Themen einem breiteren Publikum zu öffnen, gründet er 1999 die Werkstattgespräche. Wesentliches Merkmal ist der Minimalismus seiner Arbeiten, der sich mit existentiellen Fragestellungen verbindet. Dabei kreist Helmut Hirte um das Drinnen und Draußen und formuliert die Idee eines Freiraums, die sich in der Auseinandersetzung mit den Zwischenräumen offenbart. So entstehen monumentale Steinskulpturen, die mittels Hohlräumen, Öffnungen im Stein und Stellen der Leere gekennzeichnet werden wie auch Installationen mit unterschiedlichen Materialien wie Stahl, Gips, Epoxidharz, Holz, Blei und Wachs. Der Bildhauer setzt in sein künstlerisches Konzept philosophische Manifeste. Aus den Wechselwirkungen von Wort und Bild entsteht eine eigenständige Ästhetik. Ein zentrales Thema in seiner Kunst ist auch die Erinnerungs-Kultur. Er fungierte als Ausstellungskurator in dem groß angelegten Projekt Erinnern als Weg, eine Ausstellung in fünf Stationen in Aschaffenburg 2006. In seinem Kunstraum, präsentiert er zeitgenössische Kunst. Seine Skulpturen finden sich ebenso an öffentlichen Orten des Gedenkens wie in Privatbesitz. Seit 1989 Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland.

Einzelausstellungen

2016 unknown ground – vom Fremden und Eigenen, Designhaus Darmstadt
2016 Heute geht weit zurück, Ausstellungsraum EI, Aschaffenburg
2013 Matinee zum 20 jährigen Bestehen der Hospizgruppe AB, Galerie Nelly 5, Aschaffenburg
2013 Schichtwechsel, Leerstand Heinsestraße 2, Aschaffenburg
2012 Das Leichteste ist das Schwerste, Galerie im Künstlerhaus, BBK Karlsruhe
2005 Installation zum Gedenken an den Holocaust, St. Matthäus Kirchplatz, Aschaffenburg-Schweinheim
2004 St. Jakobus Kirche, Aschaffenburg
2000 Galerie Schauraum, Frankfurt/M.
1997 Drei-Königskirche, Dresden
1995 Galerie in Griesbad, Ulm
1995 Galerie Dräxlhaus, München
1994 Galerie Cas Arte, Aschaffenburg
1993 Kofferfabrik, Fürth
1992 Galerie Kochsmühle, Obernburg/Main

Gruppenausstellungen

2015 Die Neuen, BBK-Galerie im Kulturspeicher, Würzburg
2014 Kürzungen kostenlos,BBK- Galerie im Kulturspeicher, Würzburg
2014 Ins Licht gerückt, Neuer Kunstverein, Aschaffenburg
2014 Der Anspruch des Körpers, WERKKUNSTGALERIE, Berlin
2013 deponiert inspiriert, Schoßmuseum Aschaffenburg
2013 kleine Mirabellen und große Hüte, ACE-TON, Aktion in der Bahnhofshalle Aschaffenburg
2011 SINNLOS, Werkschau des BKK Aschaffenburg
2011 Aspekte – die Einmaligkeit des Lebens, Karlsruhe
2010 ACE-TON, ehem. Couture, Aschaffenburg
2009 ACE-TON, ehem. Banana Boot, Aschaffenburg
2006 Erinnern als Weg, Aschaffenburg
2003 Galerie Conzen, Frankfurt
2003 ProphetenThurn und Taxis Palais, Frankfurt
2002 Europa in Fürth, Fürth
1999 Galerie Bergmann, Preunschen
1999 Galerie Kreuzer, Amorbach
1995 Galerie Kappler, Darmstadt
1995 Städtische Galerie Jesuitenkirche, Aschaffenburg
1994 Galerie Herrschenröder, Darmstadt
1993 Galerie Garten, Darmstadt
1993 Gabriele Bergmann, Groß-Bieberau
1990 Städtische Galerie Jesuitenkirche, Aschaffenburg
1990 Botanischer Garten, Augsburg
1989 Yspertal, Österreich

Arbeiten im öffentlichen Raum

2009 Gestaltung einer Urnen-Gemeinschaftsgrabanlage auf dem Altstadtfriedhof Aschaffenburg
2008 Gestaltung der Gemeinschaftsgrabstätte für Aids-Verstorbene, Frankfurt Hauptfriedhof
2008 Gestaltung der Chorfenster, Christuskirche in Friedrichsdorf/Bad Homburg
2005 Brunnen Innenhof St. Jakobuskirche Aschaffenburg Nilkheim
2003 Altarraumgestaltung St. Elisabethengemeinde Obernau/ Aschaffenburg
2003 Stele, St. Matthäus Kirchplatz, Aschaffenburg-Schweinheim
2000 Brunnen, Kirchplatz Sulzbach
1999-2000 Skulptur für Brentanopark, Aschaffenburg
1996 Brunnen und Relief, Kirchplatz Kleinostheim
1995-1996 Brunnen Seniorenzentrum Haus St. Vinzenz v. Paul, Kleinostheim
1992-1993 Bleiverglasung mit Steinrelief Aussegnungshalle Eisenbach/Obb.
1989 Stadtbrunnen, Obernburg/Main

Bibliographie

Je ne sais quoi

Helmut Hirtes (*1949) Katalog zeigt sein vielschichtiges bildhauerisches und zeichnerisches Werk der letzten sieben Jahre. Die Kunstkritikerin Dorothea Baer Bogenschütz zielt in ihrer Kunstbetrachtung auf das gewisse Etwas seiner Skulpturen und konkludiert: „Hirte macht Bildnisse für Menschen, die zu sich gekommen oder auf dem Weg sind.“ Verlag Winfried Jenior, 2009

Bildhauerzeichnung

Broschüre zur Ausstellung mit Franz Bernhard, Lothar Fischer, Leo Kornbrust, Michael Schoenholtz und Werner Stötzer, Hrsg. Helmut Hirte, 2009

Der Frankfurter Hauptfriedhof

Peter Braunholz, Britta Boerdner, Christian Setzepfand, Societätsverlag

Der deutsche Werkbund und seine Mitglieder 1907-2007

Roland Günter, Klartext Verlag

Erinnern als Weg

Vom Erinnern zum Gedenken, Hrsg. Helmut Hirte, Ebner Verlag

Eine Spur durch Bayern

30 Jahre Gestaltungskreis, Das Werkstattbuch Verlag, Murnau

Helmut Hirte. Arbeiten 1992-2001, 2001

Helmut Hirte. Plastiken, Zeichnungen, Steindrucke, 1992